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Kasus
aus Latein Wiki, der freien Wissensdatenbank
Alle sprachlichen Elemente die in einem Satz auftreten haben eine syntaktische Funktion, sind aber auch gleichzeitig Träger von Sinn und Bedeutung, weswegen ihnen auch eine semantische Funktion zukommt.
Bei der Analyse der Kasus sind diese beiden Funktionen stets zu unterscheiden. Ein Kasus füllt jeweils eine Satzposition, zeigt aber an dieser Stelle jeweils eine besondere Sinn- oder Bedeutungsrichtung. Die Gesamtaussage des Satzes wird dadurch mitbestimmt und lässt sich immer erst von diesem Zusammenhang her erschließen.
Die einzelnen Kasus haben folgende semantische Grundfunktionen:
- Der Nominativ benennt Personen als Träger der Handlung oder Personen, Sachen und Begriffe als Gegenstände von Aussagen.
- Der Genitiv bezeichnet eine Zugehörigkeit, also den Bereich, auf den ein Begriff bezogen ist.
- Der Dativ deutet auf Zuwendung, intensive Beteiligung und Zuordnung hin.
- Der Akkusativ gibt Richtung, Ziel und Ergebnis einer Tätigkeit an.
- Der Vokativ gibt den Fall an, in dem eine Person oder Sache direkt angesprochen oder angerufen wird.
- Der Ablativ umfasst drei Grundfunktionen, denen in früher Zeit eigenständige Kasus entsprachen:
- Separativus als Kasus des Ausgangspunkts und der Trennung,
- Instrumentalis als Kasus des Mittels (der Mitwirkung) und der Begleitung,
- Punctualis als Kasus örtlich-räumlicher Lage und zeitlicher Fixierung.
