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Dativ

aus Latein Wiki, der freien Wissensdatenbank

Der Dativ [lat. dare 'geben'] ist der dritte Fall (im Deutschen auch "Wem-Fall" genannt). Ihm entspricht meist die semantische Rolle des Rezipienten oder Benefaktivs. Man unterscheidet den Objektsdativ und den sogenannten freien Dativ.

Der Objektsdativ kann im Lateinischen wie im Deutschen in Verbindung mit transitiven Verben(alicui aliquid dare) als auch in Verbindung mit intransitiven (alicui prodesse)auftreten.

Der sogenannte Dativus Commodi drückt aus, dass etwas zum Vor- oder Nachteil der Person oder Sache geschieht (Non scholae, sed vitae discimus 'nicht für die Schule, sondern das Leben lernen wir'). Sonderformen des Dativus Commodi sind unter anderem der Dativus Ethicus und der Dativus auctoris.

In Verbindung mit esse kann der Dativ als Possesivus zur Kennzeichnung von besitz dienen (mihi liber est 'mir gehört das Buch'). Der Dativus Finalis bezeichnet den Zweck oder die Wirkung eines Verbalgeschehens (praesidio esse 'zum Schutz dienen').


Aus dem Lateinischen wird er entweder mit einem deutschen Dativ oder dem Wort für übersetzt. Mit einigen Wörtern (z.B. providere, consulere) kann der Dativ auch in der Bedeutung sorgen für oder sich kümmern um verwendet werden.

Beispiele

Homini libros datum erat. - Man gab dem Mann Bücher.

Nescit, si sibi ipsi consulat. - Er weiß nicht, ob er für sich selbst sorgen kann.

Is rei publicae hominus pensus erat. - Er war ein wichtiger Mann für den Staat.

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