Vorsicht bei Wetten auf die großen Favoriten

Auf die Frage, wer der Sieger der Weltmeisterschaft 2018 wird, werden die meisten Fans die großen Favoriten wie Deutschland, Spanien, Frankreich oder Brasilien nennen. So viel falsch machen kann man mit dieser Nennung nicht, denn durch ihre hohe spielerische Qualität werden diese Teams nicht umsonst zu den Favoriten gezählt.
Zur Platzierung lukrativer Wetten muss aber nicht nur die allgemeine Erwartung, sondern auch die Mathematik hinter den Quoten stimmen. Deutschland und Frankreich werden bei führenden Wettanbietern derzeit mit einer Quote von 6,0 auf den Sieg der Weltmeisterschaft 2018 gehandelt. Damit sich die Wette statistisch lohnt, müsste also die Annahme, dass beide in mehr als 1 von 6 Fällen den Titel holen, berechtigt sein.

Im Laufe eines Turniers gibt es aber viele kleine Unwägbarkeiten, die sich kaum vorhersagen lassen, vor allem die individuelle Tagesform von Schlüsselspielern oder deren plötzlicher verletzungsbedingter Ausfall. Gerade die Teams Deutschland und Frankreich bieten ein gutes Beispiel dafür: im Halbfinale der EM 2016 trafen die beiden aufeinander und das Duell wurde maßgeblich durch die schlechte Tagesform von Schweinsteiger entschieden, der mit einem überflüssigen Handspiel den Elfmeter zum 0:1 verursachte. Die Franzosen hatten dann im Finale gegen Portugal, in dem sie Favorit waren, nicht die letzte Konsequenz im Abschluss und verloren letztendlich. Auch wenn es die Favoriten oft weit bringen, ist das noch lange keine Garantie für den Titel. Um das Risiko der kleinen Feinheiten und damit verbundenen Unwägbarkeiten, die sich auf dem hohen Niveau im Halbfinale und Finale zeigen, besser auszugleichen, müssten die Quoten höher sein. Das gilt nicht nur für Deutschland und Frankreich, sondern auch die anderen Favoriten Spanien (Quote ca. 8) oder Brasilien (Quoten derzeit zwischen 7 und 8). Bei Quoten von 10-12 würde es sich lohnen, auf die großen Favoriten zu setzen, bei niedrigeren Quoten eher nicht. Hinzu kommt, dass hoch gehandelte Teams bei einigen Turnieren auch schon früh gescheitert sind – man denke hier an Titelverteidiger Spanien bei der WM 2014 oder zuvor die Italiener 2010, die ebenfalls als Titelverteidiger ins Rennen gingen.

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Gut durchdachte Wetten gegen den Strom

Die Unwägbarkeiten bei Favoriten bedeuten im Umkehrschluss, dass sich das Wetten auf hohe Quoten für Teams, die nicht zu den großen Favoriten für den Gewinn der Weltmeisterschaft 2018 zählen, lohnen kann. Bestes Beispiel dafür ist Europameister Portugal, das bei der EM 2016 mit einer Quote von ca. 30 nicht gerade zu den Favoriten zählte. Warum sollte man also nicht auf Teams setzen, die genug Qualität und Teamgeist haben, um es bei der Weltmeisterschaft 2018 weit zu bringen und die mit etwas Glück und einem guten Lauf den Titel holen könnten? Das Beispiel Griechenlands als Europameister 2004 zeigt, dass es keineswegs unmöglich ist. Wetten auf haushohe Außenseiter wie Iran oder Australien lohnen nicht, aber Teams wie Italien (Quote 20), Chile (Quote 35) oder die in der Qualifikation hervorragend spielenden Schweizer (Quote 100) lassen eine Außenseiterwette gegen den Mainstream recht attraktiv erscheinen.

Auf Verhältnismäßigkeit achten

Bei Wetten auf die Gewinner der Weltmeisterschaft 2018 ist es grundsätzlich ratsam, keine zu hohen Beträge zu setzen. Wie sich bisher zeigte, lohnen Wetten auf die großen Favoriten nur selten und bei den Wetten auf Überraschungsteams besteht die Gefahr, dass die Qualität zum Titel in den entscheidenden Situationen ab dem Viertel- oder Halbfinale dann doch nicht reicht.
Damit also der Spaß am Wetten auf Favoriten der Weltmeisterschaft 2018 durch Verluste zu hoher Beträge nicht verloren geht, ist es besser, nur ein paar Euro auf die Favoriten zu setzen und sich den Einsatz höherer Summen für leichter vorhersagbare Siegwetten von Spiel zu Spiel aufzuheben.

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